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Die Probezeit verstehen

Aktualisiert: 17.07.25

Schritt 1: Verstehe, was die Probezeit ist

In Deutschland beginnen die meisten neuen Arbeitsverhältnisse mit einer Probezeit. Das ist eine Testphase zu Beginn deines Jobs, in der sowohl du als auch dein Arbeitgeber schauen könnt, ob ihr gut zueinander passt. Ziel ist es, herauszufinden, ob die Zusammenarbeit funktioniert. Die Probezeit dauert in der Regel bis zu sechs Monate, kann aber auch kürzer sein – je nach Vertrag.

Schritt 2: Kenne deine Rechte und Grenzen

Auch während der Probezeit bist du voll angestellt und unterliegst dem deutschen Arbeitsrecht. Du bekommst dein volles Gehalt, hast Anspruch auf bezahlten Urlaub (nach einem Monat) und bist sozialversichert. Einige Schutzrechte gelten aber nur eingeschränkt oder anders:

  • Kündigung ist leichter möglich: Beide Seiten können mit einer Frist von zwei Wochen kündigen – ohne Angabe von Gründen.

  • Eingeschränkter Kündigungsschutz: Das Kündigungsschutzgesetz gilt nicht in den ersten sechs Monaten – eine Kündigung ist daher schwerer anzufechten.

  • Krankheit und Mutterschutz gelten trotzdem vollständig – auch in der Probezeit.

Schritt 3: Kündigungsfrist während der Probezeit

Die gesetzliche Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt zwei Wochen, sofern im Vertrag nichts anderes steht. Diese Frist gilt für dich und deinen Arbeitgeber. Eine Kündigung muss schriftlich mit Unterschrift erfolgen – per E-Mail oder mündlich ist sie nicht gültig.

Schritt 4: Worauf Arbeitgeber während der Probezeit achten

Während deiner Probezeit achtet dein Arbeitgeber besonders auf folgende Punkte:

  • Wie gut du deine Aufgaben erfüllst

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit

  • Ob du ins Team und zur Unternehmenskultur passt

  • Deine Kommunikation und Lernbereitschaft

Du musst nicht perfekt sein – aber wenn du dich bemühst, motiviert bist und gut mit anderen arbeitest, machst du einen guten Eindruck.

Schritt 5: Kannst du ohne Vorwarnung gekündigt werden?

Ja – aber nur im Rahmen der gesetzlichen Regeln. Dein Arbeitgeber kann dir in der Probezeit ohne Angabe von Gründen kündigen, muss dir aber trotzdem rechtzeitig und schriftlich Bescheid geben. Die Kündigung darf nicht diskriminierend sein (z. B. wegen Geschlecht, Religion oder Behinderung) – sonst kann sie rechtlich angefochten werden.

Wenn du das Gefühl hast, dass eine Kündigung unfair war, sprich mit einer rechtlichen Beratungsstelle – vor allem, wenn du zu einer besonders geschützten Gruppe gehörst.

Schritt 6: Kannst du in der Probezeit selbst kündigen?

Ja, du kannst ebenfalls mit einer Frist von zwei Wochen kündigen, ohne einen Grund zu nennen. Es ist ganz normal, dass man während der Probezeit merkt, dass der Job nicht passt. Wichtig ist, dass du die Kündigung schriftlich und fristgerecht einreichst. Falls du danach arbeitslos bist, melde dich frühzeitig bei der Agentur für Arbeit.

Schritt 7: Was passiert nach der Probezeit?

Wenn keine Seite vor Ablauf der Probezeit kündigt, läuft dein Arbeitsverhältnis ganz normal weiter. Ab diesem Zeitpunkt gilt für dich der volle Kündigungsschutz – das bedeutet, dein Arbeitgeber braucht dann einen triftigen Grund, um dich zu entlassen. Außerdem gelten ab dann meist längere Kündigungsfristen.

Zusammenfassung

Die Probezeit ist ein normaler Teil beim Start in einen neuen Job in Deutschland. Sie gibt dir und deinem Arbeitgeber die Chance, euch gegenseitig kennenzulernen. Auch wenn in dieser Zeit Kündigungen leichter möglich sind, hast du wichtige Rechte – wie Gehalt, Urlaub und Krankenversicherung. Wenn du die Regeln kennst, fühlst du dich sicherer und kannst dich voll auf deinen neuen Job konzentrieren.

* Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keinen Ersatz für professionelle Beratung dar; wir übernehmen keine Verantwortung oder Haftung für etwaige Folgen, die sich aus der Nutzung dieser Informationen ergeben. Mehr dazu findest du in unseren AGB.

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